„Wie finde ich das passende Gebiss für mein Pferd?“ Diese Frage stellen sich viele Reiterinnen und Reiter früher oder später. Und das zurecht! Denn das richtige Gebiss ist weit mehr als nur ein Stück Metall im Pferdemaul. Es ist entscheidend für die feine Kommunikation zwischen dir und deinem Pferd und hat direkten Einfluss auf Gesundheit, Losgelassenheit und Rittigkeit.
Wir zeigen dir in diesem Artikel, worauf du bei der Gebisswahl achten solltest, wie du Qualität erkennst und wie du die passende Größe und Form für dein Pferd findest.
Warum ist das richtige Gebiss so wichtig?
Ein gut passendes Gebiss unterstützt dein Pferd dabei, entspannt zu kauen, weich an den Zügel heranzutreten und fein auf deine Hilfen zu reagieren. Sitzt das Gebiss jedoch schlecht oder besteht es aus minderwertigem Material, kann das nicht nur zu Kommunikationsproblemen führen, sondern auch zu:
- Maulverletzungen
- Muskelverspannungen
- Abwehrverhalten bis hin zur Verweigerung
Ein unangemessenes Gebiss kann sogar langfristige Schäden verursachen. Nimm dir deshalb die Zeit, das richtige Modell für dein Pferd zu finden. Es lohnt sich!
Woran du ein hochwertiges Gebiss erkennst
Nicht jedes glänzende Metallstück ist ein gutes Pferdegebiss. Achte beim Kauf auf diese Qualitätsmerkmale:
- Glatte, sauber verarbeitete Oberflächen
- Keine scharfen Kanten oder Grate
- Pferdefreundliche, zertifizierte Materialien
- Frei von Weichmachern oder Lösungsmitteln
Tipp: Zeigt dein Pferd entspanntes Kauen, leichte Schaumbildung und eine weiche Anlehnung, ist das meist ein gutes Zeichen für die Akzeptanz des Gebisses.

Warnzeichen für ein ungeeignetes oder minderwertiges Gebiss
Nicht jedes Problem im Maul deines Pferdes liegt an der Reitweise, manchmal ist schlicht das Gebiss schuld. Sowohl mangelhafte Qualität als auch die falsche Größe können zu ernsthaften Problemen führen. Achte auf folgende Merkmale:

Mängel am Gebiss selbst
- scharfkantige Stellen oder raue Oberflächen
- poröses oder rissiges Material
- geschraubte Kunststoffverbindungen (brechen leicht!)
- chemischer oder unangenehmer Geruch (Hinweis auf Weichmacher)

Reaktionen deines Pferdes
- Scheuerstellen, Druckpunkte oder Verletzungen im Maul
- Kopfschlagen, Maulaufsperren oder Zähneknirschen
- Unruhe beim Reiten oder bei der Anlehnung
- Ablehnung des Gebisses beim Auftrensen
Diese Anzeichen solltest du ernst nehmen. Oft hilft schon ein Materialwechsel oder die Anpassung der Größe, denn auch ein gutes Gebiss in der falschen Länge oder Dicke kann unangenehm wirken.

Welche Gebissgröße braucht mein Pferd?
Die passende Größe ist mindestens genauso wichtig wie die Gebissform. Ein zu kurzes oder zu langes Gebiss kann scheuern, drücken oder wackeln, das ist unangenehm für dein Pferd und störend für die Hilfengebung.
So sitzt ein Gebiss richtig:
- Wassertrense:
→ ca. 0,5 cm Luft zwischen Maulwinkel und Ring auf jeder Seite
→ Ring sollte frei beweglich bleiben - Gebisse mit festen Seitenteile wie Olivenkopf oder D-Ring:
→ sollten eng anliegen, ohne zu klemmen
→ eine Nummer kleiner wählen als bei Wassertrensen
Wie finde ich die richtige Gebissstärke?
Nicht nur die Breite, auch die Dicke des Gebisses muss zum Maul deines Pferdes passen. Hier hilft der bewährte 2-Finger-Test:
Führe zwei Finger waagerecht ins Maul (an der Gebissstelle), dann spürst du:
Starken Druck: ideal ist ein 14 bis 16 mm dickes Gebiss
Wenig Druck: ideal ist ein 16 bis 18 mm dickes Gebiss
Wichtig:
- Ein zu dickes Gebiss kann auf den Gaumen drücken
- Ein zu dünnes Gebiss wirkt punktueller, es ist eine feine Reiterhand erforderlich

Fazit: Welches Gebiss ist das richtige für mein Pferd?
Die Auswahl des passenden Gebisses ist eine echte Vertrauenssache zwischen dir und deinem Pferd. Achte auf:
- die richtige Größe (Länge & Dicke)
- hochwertige Materialien
- eine anatomisch sinnvolle Form
- und vor allem: das Feedback deines Pferdes
Denn kein Pferd ist wie das andere und das perfekte Gebiss sollte sich deinem Pferd anpassen, nicht umgekehrt.